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Mein 2025

  • sofrei
  • 28. Dez. 2025
  • 9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 29. Dez. 2025

2025, was für ein Jahr. Fordernd, intensiv, anstrengend, voller Hoffnung, Wachstum und Aufbruch. Erst mein Einsatz für die German Doctors, dann eine Phase der Selbstfindung, 2 ganz verschiedene Coachings mit vielen wichtigen Impulsen und schließlich eine lebensverändernde Entscheidung. Dazwischen einige Reisen: in die Vergangenheit (mit den alten Knochen von heute), in vertraute Gefilde, in neue Abenteuer, eine richtige Traumreise, eine Workation. Ein Jahr, in dem ich mein Leben neu ausgerichtet und viel gelernt habe.



Thessaloniki

Lange haben mein neuer Chef und ich uns nicht kennen gelernt, denn dann ging es für mich schon nach Thessaloniki, um freiwillig für die German Doctors humanitäre Sprechstunden zu leisten. Gemeinsam mit meinem wunderbaren Kollegen Eric aus Hamburg  hatte ich fünf Wochen geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden und gleichzeitig die Gelegenheit Karmapunkte zu sammeln. Ich habe hier schon viel über die Zeit in Griechenland geschrieben, so dass ich jetzt nur schreiben möchte, wie es sich jetzt, 11 Monate später anfühlt: Es war eine tolle Zeit, ich habe viel gelernt. Ich habe so wunderbare Menschen kennengelernt, ich habe Dinge über Flucht, das Leben und mich selbst gelernt. Wir hatten einen tollen Austausch mit den Kolleg*innen, die vor und nach uns auf dem Projekt waren. Und Thessaloniki ist so eine tolle Stadt, ebenso Ioannina. Auch die Zusammenarbeit und das WG-Leben mit Eric hat sehr gut funktioniert und viel Spaß gemacht.



Typisches Thessaloniki-Foto
Typisches Thessaloniki-Foto

Ein großes High war auch Alex Besuch, da habe ich die Stadt nochmal neu kennengelernt. Thessaloniki hat so viel Geschichte und alte Bauwerke und Mauern, tolle Graffitis und eine unendliche Auswahl an köstlichen Restaurants. Auch die Gewohnheit, alle Speisen zu teilen habe ich geschätzt.

Eine traurige Nachricht in dieser Zeit war der viel zu frühe Tod meiner Footballkameradin Saskia Nelle. Ruhe in immerwährender Action #3 (Frieden passt irgendwie nicht so richtig) , ich hoffe du mischst die Engel ordentlich auf und ihr macht Party da oben.

 

Es muss sich etwas ändern


Zurück in Deutschland kam der Alltag sehr schnell zurück. Und auch die Frage, wie ich beruflich auf lange Sicht weitermachen möchte. Der Film „Heldin“, in dem es um die physische und psychische Arbeitsbelastung von Pflegenden geht, hat mich im Februar sehr bewegt und Alex eine ganz neue Sicht auf die Arbeit im Krankenhaus verschafft. In der Praxis war es ebenfalls eine turbulente Zeit, die MFAs teilweise krank, teilweise im Berufsverbot, unsere bereits- in-Rente-aber ich arbeite noch etwas Teilzeit-Kraft hat alles alleine geschmissen.

Im März startete mit den Stethoskop-Rebellinnen mein Coaching (Dr. Susanne Löffner, Coaching your dream Link: Stress-Verwandlungs-Coaching - coaching-your-dream.de), welches ich mir von dem 24er Bonus gegönnt hatte. Hier ging es um innere Antreiber, Werte, Stärken, Glaubenssätze und vieles mehr. Mein Thema war die Suche nach mehr beruflicher Zufriedenheit aber der fehlende Glaube an meiner Work-Situation etwas ändern zu können. Susanne und Henner hatten mir schon vorher versucht klarzumachen, dass ich mit in der 2 x 50% Situation (= 110% und mehr) mich nur in den Burnout manövrieren würde, aber manche Veränderungen brauchen Zeit und müssen reifen.

Anfang Mai war der DGINA Kongress in Köln. Hier wollte ich mir neue Kraft und Motivation für die ZNA holen. Ich hatte mir auch zwei Workshops am Mittwoch gegönnt und der ACiLS-Teaser (Advanced Critical illness Life Support) war auch ein Motivationsbooster. Und zumindest in diesem Setting deutlich angenehmer, als die ganzen bisherigen Buchstabenkurse. Versteht mich nicht falsch, die sind alle sinnvoll und wertvoll und lehrreich. Und der Stress, der erzeugt wird in den Simulationen ist durchaus gewollt und hilft, auf den echten Notfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Aber es kostet mich als introvertierten Menschen fast übermenschliche Energie und ich performe längst nicht so, wie ich möchte. Und ich glaube, ich performe im Ernstfall besser, weil es da um den Patienten geht und nicht darum, wie ich jetzt performe.

Auch die Sonografie von Knie und Sprunggelenk war informativ und lehrreich und ich bin gespannt, was unser tolles neues Ultraschallgerät (Spoiler) da leistet.

Auf meinem 30 minütigen Fußweg zwischen Hotel und Messe habe ich viele Videos aus einem weiteren Coaching angehört und ein Schlüsselmoment war die alte und banale Weisheit, dass derjenige, der versucht zwei Hasen gleichzeitig zu jagen, keinen davon fangen wird. Es hat mich getroffen, wie der sprichwörtliche Blitz. Genau das versuchte ich seit über 3 Jahren. Was zunächst als Entlastung vom ZNA Stress und willkommene Abwechslung gedacht war, nämlich auch mal wieder im niedergelassenen Bereich zu arbeiten, hatte sich zu einem Kraftakt mit wenigen freien und vielen langen Arbeitstagen entwickelt. Zweimal 50% sind irgendwie doch mindestens 110% und die vielen Überstunden in der ZNA deeskalierten den Stress auch nicht wirklich. Und 12-20 Tage am Stück sind in meinem Alter auch nicht mehr lustig.

Es kamen wohl mehrere Dinge in dieser Zeit zusammen:

  • Mein Chef in der Praxis eröffnete uns, dass er die Praxis in der Praxisbörse ausgeschrieben hatte, weil er nicht glücklich war

  • Ich hatte ein berufliches Coaching begonnen, weil ich mit meiner Arbeitssituation nicht glücklich war

  • Als mich ein Kollege in Weiterbildung fragte, was ich machen würde, wenn ich mich für eins entscheiden müsste, Praxis oder ZNA, war mein erster Gedanke nicht mehr: Natürlich ZNA! Zum allerersten Mal habe ich gedacht, ich glaube, ich würde eher in der Praxis weitermachen wollen, die nächsten mindestens 15 Jahre.

 


Wäre das nichts für dich, eine eigene Praxis…


Und zum allerersten Mal kam der Gedanke: Dann aber in der eigenen Praxis. Das war ein kompletter Mindset-Shift. Ich hatte die Selbstständigkeit eigentlich ausgeschlossen für mich. „Selbst und ständig“. Ich habe die Probleme und Sorgen meiner Chefs und Chefinnen hautnah mitbekommen, Probleme Personal zu finden und zu binden, Ausfälle durch Krankheit und Schwangerschaft, Stress mit der IT, Stress mit der KV, Bürokratie uvm. Und immerhin war mein Chef bereit, das Handtuch zu werfen, weil ihn genau diese Themen so belasteten

Mir klang aber auch der Satz meiner Kollegin noch im Ohr: Das Beste ist, keinen Chef mehr zu haben. Freiheit und Selbstbestimmung (soweit in unserem Beruf überhaupt möglich) würde ich nur in der Selbstständigkeit finden.

Und dann kam der 16. Mai, ich war eigentlich mit einer Bekannten aus Kindertagen, also wirklich Kinderkindertagen verabredet, die mir aber kurzfristig abgesagt hat. Ich fragte meine Kollegin Ana, mit der ich mich eigentlich 2 Wochen später hatte treffen wollen, ob sie spontan Zeit hätte und sie hatte. Sie hatte die Praxis, in der ich angestellt war bereits in der Praxisbörse gesehen und wollte wissen, wie es für mich beruflich weitergehen würde.

Und so entstand bei diesem denkwürdigen Kaffee und Erdbeertörtchen der Plan gemeinsam in die Selbstständigkeit und in eine Praxis zu starten. Das ist die absolute Kurzfassung. Wir schrieben, unabhängig voneinander, unsere Wünsche und Vorstellungen auf und tauschten mehrfach unsere Gedanken dazu aus. Und da es sich stimmig anfühlte, entschieden wir uns dafür.

Damit begann die Praxissuche. Wie immer, wenn man so etwas plant, ist just in diesem Moment die perfekte Praxis einfach nicht auf dem Markt, daher nahmen wir Kontakt zu den Praxen auf, die prinzipiell in Frage kamen. Auch das war ein lehrreicher Prozess, über den man einen eigenen Blogbeitrag schreiben könnte, letztendlich gewannen Lage und niedriger Kaufpreis.

Die Entscheidung zur Selbstständigkeit setzte bei mir einen gewaltigen Energieschub frei. Wir besichtigten Praxen, schrieben Vor- und Nachteile zusammen, erkundigten uns nach Steuerberatern, trafen uns mit Mentoren und das alles neben meinen zwei Jobs. Ana erstellte einen Businessplan, wir suchten uns einen Anwalt, einen Steuerberater,  einen Bankberater und sprachen mit der KV Beratung und deren Wirtschaftsberatung. Wir bastelten am Übernahmevertrag und hatten schwierige Diskussionen mit unserem Abgeber.

Überwältigend war die Unterstützung von großartigen Kolleg*innen, die bereits niedergelassen sind oder waren.

Im Juli konnten wir endlich unseren Praxisübernahmevertrag unterschrieben.  Auch danach warteten viele weitere Herausforderungen und wir haben viel gelernt in dem Prozess.

Aktuell läuft die Renovierung und wir sind dankbar für viele helfende Hände.

 


Hit me Baby one more time


Im April gab es dann das legendäre Frühstücks-Treffen mit Manu und Maike, bei dem wir den Entschluss fassten, noch einmal auf dem Footballfeld zu stehen. Dazu muss man wissen, dass wir damals in den 90ern lange zusammen gespielt haben und Football und das Team nicht nur unser Sport, sondern ein großer Teil unseren Lebens war. Wir haben zusammen trainiert, gespielt, gefeiert, getrauert, unsere Freizeit gemeinsam verbracht. Es war so viel mehr als nur unser Sport, es war unsere Familie, ein Teil unserer Identität.

Tatsächlich standen wir am 18.10.2025 in Ausrüstung auf dem Feld gegen die Rodgau Pioneers. Es war ein unglaubliches Gefühl. Wir waren dann das „Old“ bei den Old Stars. Das erste Mal mehr als genug Spielerinnen und ein sensationeller Einlauf durch einen Helm mit Bengalos Ich kann gar nicht beschreiben, was das Beste war.

  • Unser 22:7 Sieg

  • Das unsere Töchter zugesehen haben

  • Das unsere Freunde und Familien dabei waren

  • Das ehemalige Gamblers-Spielerinnen dabei waren

  • Die blauen Flecken und der Muskelkater am nächsten Tag

Ich werde es trotzdem bei dem einen Mal belassen. In meiner Krankentagegeldversicherung steht zwar nicht, dass ich nicht Football spielen darf, aber ich muss es nicht auf eine Verletzung ankommen lassen.


Euphorie nach dem Sieg
Euphorie nach dem Sieg

 

Ein Traumurlaub

La Réunion


Anfang August ging es für uns und unsere jüngere Tochter in unseren Traumurlaub nach La Réunion. Nach einem 11stündigem Inlandsflug von Paris kamen wir in St. Denis an im Gegensatz zu unseren Koffern. Nachdem feststand, dass sie an diesem Tag nicht ankommen würden, holten wir unseren Mietwagen und fuhren für ein paar Kleinigkeiten in das nächste Einkaufszentrum. Dann ging es nach Hell Bourg im Cirque de Salazie. Bereits auf dem Weg waren wir sehr geflasht von der Landschaft und machten ständig Fotostopps.




Unser Hotel war reizend, und Alex und ich gingen auf dem Dorfplatz noch ein Dodo-Bier trinken.

Am nächsten Tag besichtigten wir die Villa Folio und die alten Thermen. Inzwischen waren auch unsere Koffer angekommen. Nachmittags machten wir noch eine kleine Wanderung. Der Sonnenuntergang kommt abends um 18.00 Uhr sehr schnell und mir gelang es endlich das Kreuz des Südens am Sternenhimmel zu identifizieren.


Am Folgetag machten wir uns auf den Weg nach La Plaine des Cafres und machten unterwegs Halt für die Besichtigung von Pro Vanille und die spektakuläre Wanderung zum Trou de Fer.


Trou de fer
Trou de fer

Hier trocknet Vanille
Hier trocknet Vanille

Am nächsten Tag ging es für Alex und Mo erstmal auf Zahnarzt-Suche und am Nachmittag für uns alle zum Sentir botanique de Notre Dame de la paix.

Durch den unfreiwilligen Zahnarztbesuch stand am nächsten Tag die Wanderung auf den Piton de Fournaise auf dem Programm. Eine auch aufgrund der Eintönigkeit durchaus fordernde Wanderung auf dem Vulkan mit dem Ziel einen Blick in den beeindruckenden Krater zu werfen. Der Eifelturm könnte komplett in diesem Krater stehen. Auch die Anfahrt mit dem Auto ist ein Abenteuer und fühlt sich an, als wäre man aus Versehen auf dem Mond gelandet.

Tanz auf dem Vulkan
Tanz auf dem Vulkan

Dann ging es weiter nach St. Philippe und unser Hotel war im Dunkeln wirklich schwer zu finden. Auch das empfohlene Restaurant war gut versteckt, dann aber sehr lecker.

Cilaos, der Ort, den man nicht mehr verlässt, war die nächste spektakuläre Station. Bereits die Straße dorthin ließ vermuten, dass man den Ort nicht nur seiner Schönheit wegen sondern auch wegen der mühseligen An- und Abreise nicht mehr verlässt. Dort erlebten wir auch den französischen Nationalfeiertag und hörten die bewegende Rede des Bürgermeisters Jaques Techer.


Wir badeten in einem kalten Flussbecken mit Thermalwasserzufluss von der Seite und waren immer wieder sehr berührt von der Schönheit. Am nächsten Tag wanderten Alex und ich zu einem Aussichtspunkt und badeten wieder in natürlichen Wasserbecken.

Die letzten Tage verbrachten wir in St. Gilles de bains mit Schnorcheln und Tauchen und erfolglosem Whale watching. Der indische Ozean vor unserem Zimmer erinnerte an ein tropisches Aquarium, Alex begegnete sogar einer Schildkröte. Auch beim Tauchgang gab es viel zu sehen und die Begleitung durch die Tauchlehrer war perfekt.

La Réunion war landschaftlich so schön, wie ich es mir erträumt hatte und ich habe den Urlaub sehr genossen.



Weitere schöne und besondere Momente in 2025


  • Fit und Schön in Creglingen

  • SEM (Zelt-Disko in Tann, eine Reise in die Vergangenheit)

  • Die Hochzeit von Saskia und Jan

  • Treffen mit einer Schulfreundin in Koblenz

  • Konzerte: Judas Priest (mit 3 Generationen), Saltatio Mortis, Windrose, Rodgau Monotones, Eisheilige Nacht

  • Treffen mit den Kameraden aus dem Chemiestudium

  • 2 x Drehleiertage in Lißberg

  • Spargel und Wein im Praforst

  • Baumzeltübernachtung in der Eifel

  • Eine Woche an der Nordsee in Burhave

Baumzelt
Baumzelt

Mein 2025-Fazit

Worauf bin ich 2025 stolz?


  • Die Entscheidung zur Selbstständigkeit

  • Dass ich nochmal Football gespielt habe

  • Mein Einsatz für die German Doctors


Was habe ich 2025 über mich selbst gelernt?

Ich kann verhandeln. Es kostet mich Überwindung, aber ich habe mehrfach echtes Verhandlungsgeschick bewiesen.


Erste Male: Das habe ich 2025 zum ersten Mal erlebt/gemacht.

  • Eisbaden

  • Einen Mietvertrag ausgehandelt

  • Einen Kredit beantragt


Eisbaden in Mörfelden
Eisbaden in Mörfelden

Welche wichtigen Lektionen hat mir 2025 mitgegeben?


  • Auf einmal weißt du, es ist Zeit aufzuhören und etwas anderes zu machen

  • Wir müssen mehr und offener über den Tod und das Sterben sprechen. Wir müssen uns unserer Endlichkeit bewusst werden und einen Plan haben, einen Plan für die Zeit unserer Pflegebedürftigkeit und auch für unseren Tod.


Wofür bin ich 2025 besonders dankbar?

Für Zeit, die ich mit lieben Menschen verbringen darf. Unsere Beziehungen zu andern Menschen sind so wichtig für uns.


Was waren meine größten Herausforderungen in 2025?

Herauszufinden, was ich will und die Schritte dann zu gehen


Mein Ausblick auf 2026


Was ich 2026 anders (besser) mache

Ich fange beruflich ganz neu an, das wird eine großes Abenteuer und sicher auch eine Herausforderung. Besser möchte ich auf meine Bedürfnisse achten, Erholung und Fitness mehr priorisieren. In meiner Energie bleiben.


Meine Ziele für 2026

  • Die Praxis ins Laufen bringen, einen netten Patient*innen-Stamm aufbauen, eine gute Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben etablieren

  • Meine Energie hochhalten, dazu auf Pausen, Bewegung und Ernährung achten und Zeit in der Natur verbringen

  • Zeit mit Familie und Freunden verbringen

  • Nach Prag reisen

  • Im See schwimmen

  • Fahrrad fahren

  • Mein Motto für 2026 heißt: Auf geht’s


 
 
 

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