Die ersten Tage in Griechenland
- sofrei
- 19. Jan.
- 11 Min. Lesezeit
Nach einem problemlosen pünktlichen Flug und Treffen mit Erik am Flughafen ging es mit dem Bus ca. 45 Minuten in die Stadt. Dank Google Maps und der Beschreibung unseres Vorgängers (mit Bild) kamen wir bei der Wohnung an und kurz drauf kam auch Annie aus dem Büro geflitzt, um uns die Schlüssel in die Hand zu drücken. Der Eingangsbereich zu unserem Haus sieht nicht sehr einladend aus und die Wohnungen im zweiten Stock sind gerade eine Baustelle. Unsere Wohnung liegt im dritten Stock und ist ganz okay, sehr hohe Räume, schöne Holzböden, ein Bad mit Toilette, eine Extratoilette, Küche, großes Wohnzimmer und unsere beiden Zimmer. Da sie an der 6 spurigen Straße liegt, ist sie wie vor beschrieben, sehr laut.

Nach dem Auspacken sind wir zum Wasser gelaufen und haben uns einen Kaffee gesucht. Das ist in Thessaloniki sehr einfach, so dass wir ernste Probleme bekommen haben, uns zu entscheiden. Nach Spaziergang und erstem Kennenlernen haben wir uns was zu essen gesucht, 5 Kleinigkeiten eingekauft und dann, wieder in der Wohnung, versucht uns einen Überblick über die Medikamente zu verschaffen, die uns zur Verfügung standen.
Im Wohnzimmer waren die Medikamentenkörbe aufgereiht und mit Zettel versehen, die uns die Sortierung unserer Vorgänger erläuterte. Auch das Sonogerät war da.
Aufbruch nach Filippiada
Am nächsten Morgen sollten wir zwischen 10 und 10.30 Uhr im Office sein und Annie und Marina treffen. Wir haben also erstmal lange geschlafen und das hatten wir auch nötig. Auch das Büro (5 Minuten von der Wohnung) fanden wir mit Google Maps und Bildbeschreibung. Marina war nicht da, sie hatte auf dem Weg einen Unfall und musste selbst medizinisch versorgt werden.
Annie zeigte uns die Google Tabelle zur Patientendokumentation und Faramarz unser Farsi Dolmetscher begrüßte uns und wir verabredeten uns zum Aufbruch nach Filippiada um 14.00 Uhr an unserer Wohnung. Wir füllten noch den Medikamentenvorrat auf, etwas planlos, was wir denn brauchen würden. Kleiner Spoiler, wir lagen ziemlich falsch.
Kurz vor 14 Uhr begannen wir unser Gepäck für zwei Tage sowie die Riesen-Ikeatüten mit den Medikamenten runter zu tragen (5 x unsere Treppe hoch und runter schließt meinen Bewegungsring) und mit Faramarz Hilfe schleppten wir den Kram zur Parkgarage. Der Eingang lag etwas versteckt und es ging eine Treppe runter, die wir im Leben nicht gefunden hätten. Wir wären wahrscheinlich die Einfahrt runter gelatscht. Ein Mitarbeiter der Garage fuhr das Auto vor und dann hieß es einladen und los. Zu meinem Glück, erklärte sich Erik bereit zu fahren, der Verkehr in Thessaloniki und die engen Straßen sind nicht ohne.
Nach 4 Stunden Fahrt durch schöne Landschaft nur unterbrochen von den Mautstellen und einem kleinen Stau am Anfang kamen wir in Filippiada an.
Filippiada
Am nächsten Morgen wollten wir um 9.00 aufbrechen. Die Fahrt vom Hotel zum Lager dauerte nur wenige Minuten und führte an massenhaft Bienenbeuten vorbei. Im Lager angekommen mussten wir unsere Ausweise zeigen, dann wurde das Tor für uns geöffnet.
In einem Container im Eingangsbereich war einiges los und auch ein Mann in weißem Kittel arbeitete dort. Faramarz wurde herzlich begrüßt von Maria und wir wurden in den Baucontainer gebeten und gefragt, ob wir in einem winzigen Behandlungsraum dort oder im leeren Container nebenan arbeiten wollten.
Aus Platzgründen entschieden wir uns für nebenan, auch wenn die Untersuchungsliege ein altes Krankenhausbett war und es kaum Papierauflagen gab. Auf einem Tisch konnten wir die Medikamente aufbauen und auf einem anderen passte noch der Laptop zum dokumentieren.
Ein paar Stühle, ein Paravent und ein gynäkologischer Stuhl vervollständigten die Einrichtung.

Wir erfuhren noch, dass der Mann im weißen Kittel, der uns tunlichst ignorierte, auch ein Pfleger war und dass seit dem letzten Besuch der German Doctors im Juli 2024 kein Arzt in dem Lager gewesen war. Wir wurden zudem gefragt, ob wir bereit seien, Kinder zu impfen, da der Schulbesuch davon abhänge.
Dann ging es los mit der Sprechstunde. Und die Patienten kamen. Faramarz gab Nummern aus, um eine sinnvolle Reihenfolge aufzustellen. Es kamen in der Regel mehrere Personen, oft ganze Familien. Ein glück, dass wir uns für den größeren Raum entschieden hatten. Oft ging es nicht nur um einen Patienten sondern um mehrere. Zwischendurch kamen immer wieder Kinder zum Impfen. Das war immer sehr gut vorbereitet mit Impfbuch und beschriftetem Impfstoff, der aus der Kühlung geholt wurde. In der Regel hatte dann aber auch ein Elternteil noch eine Frage und bei mehr als zwei Kindern in ähnlichem Alter musste man wirklich aufpassen wie ein Luchs, dass der richtige Impfstoff im richtigen Kind und der richtige Aufkleber im richtigen Impfbuch landete.
Die Dokumentation ist super wichtig, jeder Patient und jede Patientin wird mit Hilfe einer ID Karte, die jeder bei sich trägt, mit Namen und Geburtsdatum, Geschlecht und Herkunftsland erfasst. Die Schwestern in dem Camp kennen die Bewohner ziemlich gut und haben auch sehr viel Ahnung über die umliegende medizinische Infrastruktur und manche Eigenheiten der Patienten.
Eine Basisversorgung klappt sehr gut und das Camp hat es schließlich auch 6 Monate ohne uns geschafft, aber viele Sachen funktionieren überhaupt nicht. Ein kleines Mädchen mit hypoxischem Hirnschaden, das viel mehr Unterstützung und Therapie bräuchte, ein Junge der zeitnah sein zweites Cochleaimplantat bräuchte, ein Mann mit Bandscheibenvorfall und deutlichen neurologischen Ausfällen. Bei vielen Problemen können wir auch nicht weiterhelfen. Viele Patienten kommen mit Zahnproblemen. Angeblich würde der Zahnarzt nur Zähne ziehen aber nicht retten oder Füllungen machen o.ä. Da stehen wir natürlich hilflos da und können außer etwas Schmerzmittel gar nichts tun.
Wir haben völlig unterschätzt, was wir an einem Tag an Schmerzmitteln und an Ivermectin für die orale Scabiesbehandlung benötigen.
Faramarz hat uns daran erinnert, irgendwann mal Mittagspause zu machen und erklärt, dass wir die Sprechstunde um 15.00 Uhr beenden mussten. Das erwies sich als fast unmöglich, es haben sich doch noch Leute reingedrängt am Ende und dann noch ein Anliegen und noch ein Anliegen vorgetragen. Faramarz, der sich dringend an seine eigene Studienarbeit setzen wollte und musste, saß schon auf heißen Kohlen. Mit dem Wissen, das wir ja am nächsten Morgen wieder da sein würden, haben wir es dann doch geschafft, den Container zu verlassen. Auf dem Rückweg haben wir uns noch einen Kaffee organisiert und Erik und ich haben uns im Hotel zu einer Nachbesprechung zusammen gesetzt und unsere Frage Emails an Annie, Marina und unsere Vorgänger verfasst.
Marinas Antworten, waren, dass wir ein gewisses Maß an nicht stattfindender Versorgung würden aushalten müssen (z.B. nicht lebensnotwendige OPs) und auch eine spezielle Frühförderung für das behinderte Mädchen würde es wahrscheinlich nicht geben und weder wir noch sie könnten daran etwas ändern. Die Frage nach den Impfungen hat sie uns komplett überlassen und da wir beide das für eine sinnvolle Maßnahme halten (ehrlich gesagt wahrscheinlich DAS SINNVOLLSTE, was wir dort getan haben, haben wir uns ganz klar dafür entschieden.
Anschließend haben wir uns noch mit etwas Obst für den nächsten Tag versorgt und uns für 19.00 Uhr zum Abendessen verabredet (ohne Faramarz, der wollte weiter für die Uni arbeiten).
Ich bin nach dem Abendessen sehr schnell in einen unruhigen Schlaf (10 Minuten Tiefschlaf, 1 h wach von kurz nach 4 bis kurz nach 5) gefallen. Auf jeden Fall war ich NICHT fit, als der Wecker klingelte. Es regnete in Strömen.

Der zweite Tag lief ähnlich wie der erste nur mit noch mehr Patienten und beim Impfen wurden wir schneller. Um 14 Uhr merkten wir, dass wir langsam mal etwas essen sollten. Wir haben uns wirklich beeilt damit, trotzdem war es nicht möglich, alle Patienten zu sehen. Eine Dame war sehr empört, sie hatte nicht verstanden, dass Nummern vergeben wurden. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion auf Französisch, dass wir auch leider überhaupt kein Paracetamol mehr hatten, welches wir ihr hätten geben können.
Nachdem wir zusammengepackt hatten, machten wir uns auf den Rückweg nach Thessaloniki. Diesmal durfte ich die erste Strecke fahren. Wir schnappten uns noch einen Kaffee und dann los. Es war eine entspannte aber lange Rückfahrt und ich war sehr erholungsbedürftig.
Der Samstag diente bei bestem Wetter zum ausgiebigen Sightseeing, der Sonntag war kalt und verregnet.
Lagkadikia
Nach dem Auffüllen der Medikamente (vor allem Schmerzmittel und Scabal) ging es heute erstmalig in dichtem Schneetreiben nach Lagkadikia. Was für ein unglaublich trostloser Ort. Der zugehörige Ort wirkt ein bisschen wie eine Geisterstadt und Lager liegt nochmal ungefähr einen Kilometer außerhalb. Umgeben von dicken Zäunen mussten wir außerhalb parken und dann mit unseren ganzen Taschen durch die Sicherheitsschleuse. Durch noch mehr Zäune ging es dann zum Medizincontainer. Auch hier wurde Faramarz wieder freudig begrüßt. Die Räumlichkeiten waren deutlich großzügiger als in Filippiada. Es gab vier Räume, wobei einer dem Staff als Büro diente. Zwei gut eingerichtete Untersuchungszimmer, eins für Kinder, eins für Erwachsene und ein viertes Zimmer, welches wohl vor allem der sprechenden Medizin diente und keine Untersuchungsliege hatte. Zudem waren wir einige Kartons aufgestapelt. Das würde wohl unser Zimmer werden, also richteten wir uns häuslich ein. Es kommt 4 x / Woche ein Gynäkologe aus Thessaloniki, sowie ein Kinderarzt, der wohl am Folgetag kommen sollte und ein Allgemeinmediziner, der aber erkrankt sei. Wir richteten uns so gut wie möglich ein und warteten. Und aßen schonmal unseren Lunch und warteten. Zunächst kam der gynäkologische Kollege und richtete sich im Untersuchungszimmer für Erwachsene ein. Er erzählte, dass er vier Tage die Woche kam und so ca. 5 Patientinnen sah. Nachmittags arbeite er dann in Thessaloniki in seiner Praxis.
Dann kamen endlich die ersten Patienten. Es ging um zwei Kinder der 5-köpfigen Familie, für die bereits eine pädiatrische Anbindung in Thessaloniki organisiert war. Tatsächlich war hier mehr Faramarz gefragt, denn es ging vor allem um Kommunikation und darum der Familie genau zu erklären, wie es weitergehen sollte. Auch der nächste Fall war eher frustrierend, ein junger Mann mit blondierten Haarspitzen und bekannten psychischen Problemen und dissoziativen Krampfanfällen, wie uns die Schwester noch aufklärte, der mit der Lagerpsychotherapeutin nicht zurechtkommt und sich nicht in der Lage sieht, die Zuzahlung zu seiner Medikation zu zahlen (wohl aber zu 2 Päckchen Zigaretten täglich und zu mehreren Coffee to go). In anderen EU Ländern, insbesondere in Deutschland würde er seine Medikation auch ohne Zuzahlung bekommen und in Griechenland seien alles Faschisten. Keins dieser Probleme konnten wir lösen, daher bekam er vor der Tür erneut einen Anfall durch den wir ihn so gut wie möglich begleiteten.
Danach folgten ein junges Mädchen und ihre Mutter, die vor allem auch ein offenes Ohr und einen Farsi-Dolmetscher benötigten und zuletzt ein junger arabisch sprechender Mann mit juckenden Augen mit dem wir mit Übersetzer und 3 Wörtern Arabisch kommunizierten. Das war es. Was ein Unterschied zu den Patientenmassen in Filippiada. Wir nutzten die Zeit um unsere Medikamente nochmal etwas umzusortieren und die Nachfülltüten zu verräumen und brachen schließlich eine halbe Stunde früher als geplant auf nach Thessaloniki.
Erik und ich beschlossen zunächst unseren Koffeinlevel wieder in den Wohlfühlbereich zu heben und suchten bei dem Mistwetter ein Café mit Sitzgelegenheit im Innenbereich und fanden unser neues Lieblingscafé namens Beetroot. Es war stark frequentiert von Student*innen mit ihren Laptops und hatte eine nette Kaffee- und Kuchenauswahl. Ziemlich ernüchtert ließen wir den Tag Revue passieren.
Nea Kavala
Das erste Mal Nea Kavala für uns, das Lager, das die German Doctors zuletzt am häufigsten besucht haben.
Auf dem Weg dahin meldete unser Auto wieder den Fehler „niedriger Reifendruck“. Die Straßen waren voller beeindruckender Schlaglöcher und die Geschwindigkeitsbegrenzungen oder doppelt durchgezogene Linien scheinen hier nur freundliche Vorschläge zu sein, die man nicht so ernst nehmen muss.
Im Lager angekommen wurden wir nach der Check inn Prozedur durch den Sicherheitsdienst sehr freundlich begrüßt und uns unser Behandlungscontainer gezeigt. Hier hatten wir tatsächlich einen sehr gut ausgestatteten Behandlungsraum, ebenso wie die Kinderärztin nebenan, sowie einen extra Aufenthaltsraum, wo wir auch unsere Pause verbringen sollten. Es stellten sich alle vor und auch die Vergabe von Nummern und Behandlungszeiten wurde durch das Lagerpersonal organisiert.
Es waren auch bereits viele Termine durch das Lagerpersonal organisiert, so dass unsere Aufgabe tatsächlich hauptsächlich die Akutsprechstunde war. Natürlich gab es immer wieder Fragen zu chronischen Erkrankungen, aber tatsächlich waren die Mitarbeiter*innen sehr gut informiert und organisiert. Nach den letzten Tagen, in denen wir zahlreiche Kinder behandelt haben, mussten wir ein bisschen aufpassen, dass wir Minderjährige hier an die Pädiaterin verwiesen.
Viele Nerven kostete uns alle ein Mann, der die Mitarbeiterinnen schon mehrfach zur Verzweiflung getrieben hat. Mit einer Halbseitenlähmung nach einem Schlaganfall ist er tatsächlich arm dran, aber er lehnt auch wiederholt alles ab. Erst beklagte er sich, dass er sich die Medikamente nicht leisten könne, er lehnte aber unser Angebot zwei Wochen mit den Medikamenten aus unserem Bestand zu überbrücken, vehement und trotzig ab. Letztendlich haben wir ihm nicht helfen können, denn seinen Wunsch nach Deutschland zu kommen, können wir ihm nicht erfüllen.
Zum Glück hatte Anna darauf bestanden, dass wir vor diesem Patienten eine Mittagspause machten. Wir waren so beschäftigt, dass wir gar nicht bemerkt hatten, wie die Zeit verging.
Sintiki
Der Tag begann damit, dass ich Erik die Nachricht überbringen musste, dass MEINE Eintracht am Vorabend SEINEN FC Freiburg 4:1 besiegt hatte.
Sintiki ist ebenfalls ein neues Lager in der Betreuung von ARSIS/German Doctors, dass nahe der bulgarischen Grenze 20 km von Serre im Nirgendwo lag. Mein Telefon war jedenfalls kurzzeitig im bulgarischen Netz eingeloggt. Der Weg dorthin führte und durch ein verschneites Winterwonderland.


Wieder ging es mit den Taschen durch die Sicherheitsschleuse. Dann wurden wir mehr als begeistert begrüßt.
Sintiki ist zudem ein Lager, in dem Flüchtlinge von den Inseln nochmal „richtig“ registriert werden und ab da läuft das Asylverfahren erst so richtig an. Die nächste Stadt Serre ist 20 km entfernt, einen Bus dahin gibt es 2 x/Woche. Es gibt im Gegensatz zu den anderen Lagern keine sinnvolle Anbindung an das lokale Gesundheitssystem. In dem Lager fehlte es an allem. Aktuell gibt es nicht mal Windeln. Ein Baby wurde uns präsentiert mit Frotteetüchern als Windel fixiert mit einer Plastiktüte, die sorgfältig auf und zu geknotet wurde. Dadurch hatte es auch eine Windeldermatitis entwickelt.
Die Lagerleitung und die Nurses hatten ein bisschen die Hoffnung, dass wir ihnen unsere Medikamente dalassen würden. Das war natürlich nicht möglich, aber durch die schlechte Anbindung waren wir hier sehr großzügig mit unseren Medikamenten.
Eine andere traurige Geschichte war ein 17-jähriger, der regelmäßig von seinem Vater und seinem Bruder geschlagen und misshandelt werde. Die Mutter sei bereits verstorben und die Schwester sei auch keine Unterstützung. Er berichtete unter Tränen, dass sie ihm nichts zu essen gäben und ihn gerne los wären. Er kam mit einem blutenden Ohr und Kratzern am Hals. Wir haben ihn ins Krankenhaus geschickt und mehrfach auf die Kindesmisshandlung hingewiesen, so dass die Polizei involviert wurde. Aber wie es mit ihm weitergeht? Er sah so verzweifelt und verloren aus.
Auch hier mussten wir die Sprechstunde quasi gewaltsam beenden, der weite Rückweg lag noch vor uns. Die Kolleginnen vor Ort bedankten sich noch einmal überschwänglich für unsere Arbeit und dann verabschiedeten wir uns bis in zwei Wochen, wohl wissend, dass der Bedarf in diesem Camp bisher der dringlichste war.
Wir waren alle einschließlich Faramarz sehr mitgenommen nach diesem Erlebnis und brauchten dringend einen Kaffee.
In Thessaloniki ließen wir noch den defekten Reifen wechseln und holten uns dann eine Trostpizza.
Lagkadikia II
Donnerstag stand wieder Lagkadikia auf dem Programm. Wir mussten ohne Faramarz auskommen, der eine Präsentation in der Uni hatte. Zunächst meldete unser Auto erneut niedrigen Reifendruck, so dass wir nochmal die Reifenwerkstatt angefahren sind. Die konnten nur feststellen, dass der Reifendruck genauso war, wie am Abend zuvor.
In Lagkadikia standen wir erstmal vor der Sicherheitsschleuse wie bestellt und nicht abgeholt während uns einer der wilden Hunde vor dem Lager angeknurrt hat. Schließlich wurden wir doch eingelassen, um dann vor dem Büro des Campmanagers abgestellt zu werden und uns erneut die Beine in den Bauch zu stehen.
Der Campmanager war relativ kühl und vor allem an unseren Medikamenten interessiert. Im medizinischen Bereich waren die Räumlichkeiten bereits belegt und ein allgemeinmedizinischer Unfallchirurg war auch da, und außer Kindern keine Patienten. Daher haben, wir überall kommuniziert, dass das einfach überhaupt keinen Sinn macht und sind wieder gefahren.
Den schönen Nachmittag haben wir genutzt um uns in der Sonne zu bewegen.
Nea Kavala II
Hier lief es wieder perfekt, gut durchorganisiert und hochkompetent. Das ganze Lager wirkt freundlicher und großzügiger, die Bewohner und die Mitarbeiter interagieren mehr auf Augenhöhe. In diesem Lager ist das Arbeiten am angenehmsten.
Diesmal konnten wir die Sprechstunde ordnungsgemäß abschließen und sind nach einer Koffeindosis bester Laune und bei bestem Wetter zurück nach Thessaloniki gefahren.

Was in der kommenden Woche ansteht:
Zunächst ist Montag erstmal mein Geburtstag. Nachdem unser zweiter Besuch in Ladkadikia sich als sinnlos erwiesen hatte wurde dieses Lager wieder von der Liste genommen. Wir fahren jetzt Montag nach Sintiki, Dienstag nach Nea Kavala und anschließend von dort nach Filippiada. Mittwoch sind wir in Filippiada und fahren von dort nach Ioannina. Dort sind wir Donnerstag und Freitag. Freitag nach der Sprechstunde geht es zurück nach Thessaloniki.
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